Schneelast berechnen: Schneelast-Rechner
Mit unserem Schneelast-Rechner kannst du die voraussichtliche Schneelast am Boden und auf dem Dach berechnen. Wähle die Schneelastzone, gib die Geländehöhe, Dachneigung und Dachfläche ein. Du erhältst die Ergebnisse in kN/m², kg/m² und als gesamte Schneelast.
Weitere Einflussfaktoren einstellen
Die Berechnung erfolgt automatisch während der Eingabe und ersetzt keinen statischen Nachweis.
Wie funktioniert der Schneelast-Rechner?
Der Rechner ermittelt zunächst die charakteristische Schneelast am Boden. Dafür werden die gewählte Schneelastzone und die Geländehöhe des Standorts verwendet. Anschließend wird daraus mithilfe der Dachneigung und weiterer Einflussbeiwerte die Schneelast auf der Dachfläche berechnet.
- Ermittle die Schneelastzone des Gebäudestandorts.
- Gib die Geländehöhe des Standorts über Normalhöhennull ein.
- Trage die Dachneigung in Grad ein.
- Gib die tatsächliche Dachfläche in Quadratmetern an.
- Der Rechner zeigt die Flächenlast und die daraus resultierende Gesamtlast automatisch an.
Wenn du den Winkel deines Daches noch nicht kennst, kannst du vorher mit unserem dachneigung-rechner die Dachneigung berechnen.
Was ist die Schneelast?
Die Schneelast beschreibt die Kraft, die durch angesammelten Schnee auf eine Fläche wirkt. Bei Gebäuden ist sie besonders für die statische Bemessung von Dächern, Tragwerken und einzelnen Bauteilen relevant.
Wie hoch die Schneelast ausfällt, hängt unter anderem von der geografischen Lage, der Höhe über dem Meeresspiegel, der Dachform, der Dachneigung und den örtlichen Windverhältnissen ab. Auch Verwehungen und Schneeanhäufungen an Aufbauten oder angrenzenden Gebäudeteilen können die Belastung erhöhen.
Schneelast am Boden und auf dem Dach
Bei der Berechnung der Schneelast muss zwischen der Schneelast am Boden und der Schneelast auf dem Dach unterschieden werden.
| Wert | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Schneelast am Boden sk | Charakteristische Schneelast des Standorts abhängig von Zone und Geländehöhe | kN/m² |
| Schneelast auf dem Dach s | Aus der Bodenlast und den Einflüssen der Dachkonstruktion berechnete Flächenlast | kN/m² |
| Gesamte Schneelast | Schneelast der Dachfläche multipliziert mit der tatsächlichen Dachfläche | kN, kg oder t |
Die Schneelast am Boden darf deshalb nicht direkt als Belastung des Daches übernommen werden. Für das Dach müssen insbesondere der Formbeiwert, der Expositionsbeiwert und der Temperaturbeiwert berücksichtigt werden.
Formel zur Berechnung der Schneelast auf dem Dach
Die vereinfachte Schneelast-Berechnung für das Dach erfolgt nach folgender Formel:
s = μ × Ce × Ct × sk
| Zeichen | Bedeutung |
|---|---|
| s | Schneelast auf dem Dach in kN/m² |
| μ | Formbeiwert der Schneelast abhängig von Dachform und Dachneigung |
| Ce | Expositionsbeiwert für die Windeinwirkung |
| Ct | Temperaturbeiwert der Dachkonstruktion |
| sk | Charakteristische Schneelast am Boden in kN/m² |
Für gewöhnliche Standorte und übliche wärmegedämmte Dachkonstruktionen werden Ce und Ct häufig jeweils mit 1,0 angesetzt. Ob diese Werte im konkreten Einzelfall verwendet werden dürfen, muss fachlich geprüft werden.
Schneelastzonen in Deutschland
Deutschland ist in die Schneelastzonen 1, 1a, 2, 2a und 3 unterteilt. Die Zone beschreibt die regional zu erwartende Schneebelastung. Grundsätzlich steigt die anzusetzende Schneelast von Zone 1 bis Zone 3 an.
| Schneelastzone | Mindestwert sk | Allgemeine Einordnung |
|---|---|---|
| Zone 1 | 0,65 kN/m² | Regionen mit vergleichsweise geringer Schneebelastung |
| Zone 1a | 0,81 kN/m² | Erhöhter Wert gegenüber Zone 1 |
| Zone 2 | 0,85 kN/m² | Regionen mit mittlerer Schneebelastung |
| Zone 2a | 1,06 kN/m² | Erhöhter Wert gegenüber Zone 2 |
| Zone 3 | 1,10 kN/m² | Regionen mit hoher Schneebelastung |
Die genaue Zuordnung erfolgt nach dem Standort des Gebäudes. Maßgeblich sind die amtlichen Angaben und technischen Baubestimmungen des jeweiligen Bundeslandes. Das Deutsche Institut für Bautechnik veröffentlicht eine Zuordnung der Windlast- und Schneelastzonen nach Verwaltungsgrenzen.
Einfluss der Geländehöhe
Innerhalb derselben Schneelastzone kann die Schneelast je nach Geländehöhe unterschiedlich ausfallen. Höher gelegene Standorte müssen in der Regel mit größeren Schneemengen und entsprechend höheren Lasten rechnen.
Bei der Eingabe ist die Höhe des Geländes über Normalhöhennull gemeint. Sie darf nicht mit der Höhe des Gebäudes vom Boden bis zum Dach verwechselt werden.
Einfluss der Dachneigung
Die Dachneigung beeinflusst, wie viel Schnee auf einer Dachfläche liegen bleiben kann. Bei der hier verwendeten vereinfachten Berechnung für ein gleichmäßig belastetes geneigtes Dach gilt:
| Dachneigung α | Formbeiwert μ |
|---|---|
| 0° bis 30° | μ = 0,8 |
| Über 30° bis unter 60° | μ = 0,8 × (60° − α) ÷ 30° |
| Ab 60° | μ = 0 |
Bei einer Dachneigung ab 60° wird in dieser vereinfachten Berechnung davon ausgegangen, dass der Schnee abrutschen kann. Das gilt nicht uneingeschränkt: Schneefanggitter, Dachaufbauten, Verwehungen und andere Hindernisse können Schnee zurückhalten.
Schneelast von kN/m² in kg/m² umrechnen
Schneelasten werden im Bauwesen üblicherweise in Kilonewton pro Quadratmeter angegeben. Für eine anschauliche Umrechnung in eine entsprechende Masse gilt näherungsweise:
1 kN/m² ≈ 101,97 kg/m²
Eine Schneelast von 0,75 kN/m² entspricht damit ungefähr 76,5 kg/m². Der Rechner verwendet für die Umrechnung den genaueren Faktor 101,971621.
Beispiel für die Berechnung der Schneelast
Ein Gebäude liegt in Schneelastzone 2 auf einer Geländehöhe von 300 m. Das Dach besitzt eine Neigung von 30° und eine Fläche von 100 m². Für den Expositions- und Temperaturbeiwert wird jeweils 1,0 eingesetzt.
- Schneelast am Boden: rund 0,89 kN/m²
- Formbeiwert bei 30° Dachneigung: 0,8
- Schneelast auf dem Dach: 0,8 × 1,0 × 1,0 × 0,89 ≈ 0,71 kN/m²
- Gesamtlast: 0,71 kN/m² × 100 m² ≈ 71,15 kN
- Entsprechende Masse: ungefähr 7.253 kg beziehungsweise 7,25 t
Das Beispiel zeigt, dass selbst eine vergleichsweise geringe Flächenlast bei einer großen Dachfläche zu einer erheblichen Gesamtbelastung führen kann.
Örtliche Sonderregelungen und außergewöhnliche Schneelasten
Die allgemeine Schneelastzone reicht nicht an jedem Standort für eine verlässliche Beurteilung aus. Für bestimmte Gemeinden, das norddeutsche Tiefland, einzelne Hochlagen und andere besonders betroffene Gebiete können zusätzliche oder abweichende Anforderungen gelten.
Auch außergewöhnliche Schneefälle, Schneeverwehungen und örtliche Schneeanhäufungen können deutlich höhere Lasten verursachen. Prüfe deshalb die amtliche Zonenzuordnung und erkundige dich bei Zweifeln beim zuständigen Bauamt oder einer qualifizierten Tragwerksplanung.
Was berücksichtigt der Rechner nicht?
- Schneeanhäufungen an Wänden, Gauben und Dachaufbauten
- Verwehungen auf unterschiedlich hohen Dachflächen
- besondere Formen wie Shed-, Tonnen- oder aneinandergereihte Dächer
- Schneefanggitter und andere Hindernisse für abrutschenden Schnee
- außergewöhnliche Schneelasten und örtliche Sonderregelungen
- Teilsicherheitsbeiwerte und vollständige statische Lastkombinationen
- Tragfähigkeit und Zustand der vorhandenen Dachkonstruktion
Das Ergebnis eignet sich daher zur ersten Orientierung, aber nicht als statischer Nachweis oder als Freigabe für ein Bauvorhaben.
Häufige Fehler bei der Schneelast-Berechnung
- Falsche Schneelastzone: Die Zone wird nur anhand einer groben Karte geschätzt.
- Gebäudehöhe statt Geländehöhe: In die Berechnung wird versehentlich die Höhe des Hauses eingegeben.
- Bodenlast direkt übernommen: Die charakteristische Schneelast am Boden wird mit der Dachlast verwechselt.
- Grundfläche statt Dachfläche: Bei geneigten Dächern wird die waagerechte Projektion anstelle der tatsächlichen Dachfläche verwendet.
- Lokale Besonderheiten ignoriert: Sonderregelungen oder außergewöhnliche Schneelasten bleiben unberücksichtigt.
- Gleichmäßige Verteilung angenommen: Tatsächliche Schneeanhäufungen und Verwehungen können lokal wesentlich höhere Lasten erzeugen.
Häufige Fragen zum Schneelast-Rechner
Wie kann man die Schneelast berechnen?
Zuerst wird aus der Schneelastzone und Geländehöhe die charakteristische Schneelast am Boden bestimmt. Für die Dachlast wird dieser Wert anschließend mit dem Formbeiwert, Expositionsbeiwert und Temperaturbeiwert multipliziert.
Welche Schneelastzone muss ich auswählen?
Die Schneelastzone richtet sich nach dem Standort des Gebäudes. Verwende hierfür die amtliche Zuordnung nach Verwaltungsgrenzen und beachte ergänzende Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes.
Welche Höhe muss ich im Rechner eingeben?
Gib die Geländehöhe des Gebäudestandorts über Normalhöhennull in Metern ein. Gemeint ist nicht die Höhe des Gebäudes oder des Daches.
Was bedeutet eine Schneelast von 1 kN/m²?
Eine Last von 1 kN/m² entspricht einer Gewichtskraft von 1.000 Newton auf einem Quadratmeter. Das entspricht auf der Erde näherungsweise einer Masse von rund 101,97 kg pro Quadratmeter.
Kann man die Schneelast anhand der Schneehöhe berechnen?
Nur näherungsweise, da das Gewicht stark von der Dichte des Schnees abhängt. Frischer Pulverschnee ist wesentlich leichter als nasser, verdichteter oder vereister Schnee. Die Schneehöhe allein reicht deshalb nicht für eine zuverlässige statische Beurteilung aus.
Warum ist die Schneelast auf dem Dach geringer als am Boden?
Der für das Dach verwendete Formbeiwert berücksichtigt unter anderem, dass Schnee auf geneigten Dachflächen teilweise abrutschen kann. Bei flachen Dächern und Dächern bis 30° beträgt der vereinfachte Formbeiwert üblicherweise 0,8.
Ist das Ergebnis für einen statischen Nachweis geeignet?
Nein. Der Rechner liefert einen vereinfachten Orientierungswert und berücksichtigt keine vollständigen Lastfälle, Lastkombinationen, Schneeanhäufungen oder örtlichen Sonderregeln. Ein statischer Nachweis muss von einer entsprechend qualifizierten Fachperson erstellt werden.
Wann sollte Schnee von einem Dach entfernt werden?
Das lässt sich nicht allein anhand der Schneehöhe bestimmen. Entscheidend sind unter anderem die Schneedichte, die zulässige Belastung der Konstruktion und mögliche ungleichmäßige Anhäufungen. Bei sichtbaren Verformungen, ungewöhnlichen Geräuschen oder Zweifeln sollten der Bereich gesichert, eine Fachperson verständigt und keine eigenständigen Arbeiten auf dem Dach durchgeführt werden.
